
Von Rhea Wessel, Gründerin des Institute for Thought Leadership
Das größte Problem in der Thought Leadership heute ist nicht unbedingt die Qualität des Schreibens – sondern der Mangel an frischen Ideen.
Mit KI haben wir bereits einen Punkt erreicht, an dem sich Kreativität weniger auf die Formulierung von Worten konzentriert, sondern vielmehr darauf, wie gut Ideen geframet und welche Narrative eingefangen werden.
Mit anderen Worten: Kreative Energie sollte heute vor allem in die frühen Phasen der Ideenentwicklung fließen – in die Entstehung und das Framing Ihrer Ideen.
Zwar gibt es viele Ideen, doch das Problem ist der Mangel an „großen“ Ideen, die neues Denken antreiben und unsere Sicht auf ganze Themenbereiche verändern. Genau hier kommt Ideation – eine strukturierte Gewohnheit zur Reflexion und Generierung neuer Konzepte – ins Spiel. Und mit Unterstützung von KI kann dieser Prozess schneller und tiefer verlaufen.
Ich habe viele Jahre lang Fachleute durch den Ideation-Prozess geführt – in Workshops und in meinem Buch Write Like a Thought Leader. Heute teile ich fünf Techniken, mit denen Sie Ideation mithilfe von KI in eine kraftvolle Methode zur Entdeckung neuer Erkenntnisse verwandeln können.
1. Lassen Sie sich interviewen – und befragen Sie danach die KI
Ein Interview ist eine hervorragende Methode, um Ihr Fachwissen nach außen zu tragen und ein neues Verständnis für Ihre eigenen Ideen zu gewinnen.
Wählen Sie einen erfahrenen Interviewer*in, der oder die in der Lage ist, tief zu graben, Widersprüche aufzudecken und verborgene Denkmuster sichtbar zu machen. Danach: Transkript erstellen und die KI mit Fragen füttern wie:
· Wo habe ich vom Thema abgeschweift?
· Welche Passagen meiner Aussagen eröffnen neue und interessante Denkansätze?
· Unterstützt meine Aussage eine neue Narrative in meinem Fachgebiet?
Ziel ist es, entstehende Narrative von bereits dominierenden zu unterscheiden. Thought Leader arbeiten mit entstehenden Narrativen.
Früher: Man musste ein Interview führen, Transkript bezahlen, alles durchlesen und Nuggets herauspicken.
Heute: Aufnahme starten, Transkript sofort erhalten, in die KI laden und direkt analysieren.
2. Freewriting – und dann die KI befragen
Freewriting ist eine der effektivsten Ideation-Techniken in unseren Incubators, z. B. für Harvard Alumni Entrepreneurs.
Ich beginne Sitzungen oft mit einem Impuls wie: „Thought Leadership ist ein Mindset. Schreiben Sie darüber, wie Ihre Vision die Welt verbessern kann.“ Teilnehmende schreiben dann ohne Pause, ohne zu editieren.
So entstehen Rohideen, die später mit der KI weiterentwickelt werden können. Fragen an die KI könnten sein:
· Welche Grundthemen erkennst du in diesem Text?
· Wie kann dieser Text mein Publikum inspirieren?
· Baue dieses Szenario weiter aus – wie sieht die Zukunft aus, wenn dieser Trend anhält?
3. Nach White-Space-Ideen fragen
KI ermöglicht es, nicht nur zu erfassen, was gesagt wird – sondern vor allem auch, was nicht gesagt wird.Fragen Sie:
· Wer schreibt über [Ihr Thema]?
· Was sagen diese Personen?
· Was fehlt in diesen Inhalten für mein Publikum?
Die KI kann so Markt- und Inhaltslücken identifizieren und Ihnen neue Wege für Ihre nächste Publikation aufzeigen.
4. Trainingsaufzeichnungen und Chats hochladen – dann die KI befragen
Ihre Schulungen sind Goldgruben für neue Story-Ideen, da sie reale Fragen und Anliegen Ihrer Zielgruppe widerspiegeln.
Laden Sie Transkripte und Chats hoch und lassen Sie die KI analysieren:
· Wo hatte das Publikum die größten Schwierigkeiten?
· Welche Fragen kamen am häufigsten?
· Welche Storys kann ich daraus ableiten?
5. Zielgruppen-Personas mit KI bauen und befragen
Erstellen Sie mit KI detaillierte Zielgruppen-Profile. Starten Sie breit mit allgemeinen Herausforderungen und arbeiten Sie sich zu spezifischen Problemen vor.
Fragen Sie:
· Wer kämpft in welcher Position mit [Ihr Thema]?
· Was sind deren externen und internen Herausforderungen?
· Wie sieht ein psychologisches Profil dieser Person aus?
· Welches konkrete Problem kann ich für diese Zielgruppe lösen?
So finden Sie Story-Ideen, die direkt aus realen Bedürfnissen entstehen.
Fazit
Das sind für mich einige der besten Wege, die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine fruchtbar zu machen. Lassen Sie die Maschine generieren – und haben Sie Spaß beim Ideieren!Natürlich gilt: Alles mit einem kritischen Blick prüfen. Die redaktionelle Kompetenz liegt weiterhin bei Ihnen. Doch mit KI können Sie neue Themen erkunden, Ihre Ideen besser framen und Ihre Wirkung als Thought Leader deutlich steigern.
Lassen Sie mich wissen, wie es bei Ihnen läuft.
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